Bunte Stoffgirlanden vor dunklem Hintergrund.

Monkey Mind (Affen-Verstand) – so nennt man es auf Englisch, wenn dir tausend Gedanken im Kopf herumschwirren und du einfach nicht abschalten kannst. Ziemlich passend das Bild, finde ich! Denn wenn du nicht achtsam bist, macht dein Verstand mit dir, was er will. Brüllt, schreit, zappelt rum, hüpft mal kurz zurück in die Vergangenheit und dann wieder in die Zukunft. Klaut zwar keine Bananen, dafür aber deinen letzten Nerv. Innerlich ruhig und friedlich wirst du mit so einem lausigen Affen im Kopf leider nicht.

Entspannt und glücklich bist du nur dann, wenn dich nicht dein Verstand beherrscht, sondern du ihn. „Äh! Halt, moment mal!“, frägst du dich jetzt vielleicht. „Meinen Verstand kontrollieren? Ich hab gedacht, ich bin mein Verstand! Wie soll denn das gehen?“ Ich erklär’s dir …


Ich denke, also bin ich! Wirklich?

Machen wir mal einen kleinen Test. Bleibe sitzen oder stehen oder liegen wo du gerade bist und stelle dir folgende Frage: An was denke ich wohl als nächtes? Dann beobachte.

Und? Ist dir die gedankenlose Lücke zwischen der Frage und deinem nächsten Gedanken aufgefallen? Super! Und wo warst du in dieser Zeit? Immer noch da, oder? Obwohl du an nichts gedacht hast. Braucht es noch mehr Beweise dafür, dass du nicht dein Verstand bist? 🙂


„Einmal Konzentration mit extra Achtsamkeit, bitte!“

Wenn du beim Meditieren, oder generell im Alltag, deinen Verstand beobachten willst (hat nur Vorteile :-P), läuft das genauso ab wie bei unserem kleinen Experiment. Frage dich, was du gerade denkst und dann sei achtsam.

Wenn in der Stille dann Gedanken kommen, beobachte auch diese. Ohne sie zu verändern oder zu bewerten. Lass sie einfach kommen … und dann wieder gehen. Wie Wolken.

Wenn es dir hilft, kannst du auch versuchen, deine Gedanken zu benennen („Ah! Mein Verstand denkt an die Abgabe nächste Woche.“). Das hilft dir, die Dinge mit Abstand zu betrachten und sie dann leichter loszulassen.


Was tun, wenn es nicht klappen will mit dem Verstand beobachten?

Dann akzeptiere einfach, dass es nicht klappt! Wenn du dich über deine „Unfähigkeit“ aufregst, lässt du dich nur wieder von deinem Verstand leiten. Das nämlich, was sich darüber ärgert, dass du deinen Verstand nicht beobachten kannst, ist nichts anderes als dein Verstand selbst. Dein Verstand ist sauer auf sich selber. Die Katze jagt quasi ihren eigenen Schwanz. Sobald du das merkst, bist du dahinter gekommen.

Denke nicht darüber nach wie Meditieren geht. Nur dein Verstand kann denken – nicht das Ich dahinter. Fühle und beobachte einfach nur und werde so zu dem, was die Mönche in der Wat Pa Tam Wua Monastery den Knower, also den Wissen nennen.


Und wenn es immer noch nicht klappt?

Dann kannst du versuchen, das zu beobachten, was dich davon abhält, deinen Verstand zu beobachten. Manchmal gibt es da einen kleinen Widerstand in einem. Meistens ist es Angst vor dem, was gerade ist. Angst davor, dass mit den Gedanken negative Emotionen hochkommen, die einem wehtun könnten.

Tatsächlich sind mit Gedanken fast immer Emotionen verbunden. Es kommt ein Gedanke hoch – dann kommt Angst. Du siehst was – und dann wirst du wütend. Wenn Emotionen beim Meditieren hochkommen, dann sieh sie dir an. Umso aufmerksamer du sie fühlst und beobachtest, umso schneller werden sie sich auflösen. Beachtest du sie nicht, werden sie mit der Zeit nur immer stärker.

Mir persönlich hilft es immer sehr gut, wenn ich mir meine Emotionen als kleines Kind vorstelle, das, wenn es etwas Bestimmtes hört oder sieht, ängstlich wird oder sauer oder vielleicht auch fast anfängt zu weinen. Dann versuche ich innerlich, das Kind nicht einfach wieder wegzuschieben, sondern es in den Arm zu nehmen, für es dazusein und ihm zuzuhören. Solange, bis es sich beruhigt hat und wieder friedlich ist. Auch das, übrigens, nennt man Selbstliebe.


Und was für Vorteile hat es noch, wenn man seinen Verstand beobachten kann?

Wenn du weißt, wie du deinen Verstand beobachten kannst, fällt es dir leichter, in schwierigen oder stressigen Situationen den Schalter umzulegen und Abstand zu deinen Gedanken und Gefühlen zu nehmen. Du bist dann nicht mehr deine Gedanken und Gefühle, sondern du hast sie. Das erleichtert es dir ungemein, eine passende Lösung zu finden, die dir aus deinem momentanen Problem heraushilft.

Wenn du dich regelmäßig darin übst, deinen Verstand zu beobachten, lernst du dich mit jedem Mal auch selbst viel besser kennen. Du weißt dann, wie du tickst, was für Gedankenmuster immer wieder bei dir auftauchen und wie du sie lösen kannst. Du weißt, was dir gut tut und was eher nicht. Und du wirst wissen, was dir im Leben wirklich wichtig ist und wie du deine Zeit nutzen möchtest.

Wenn du noch mehr Gründe wissen willst, warum Meditieren dich nachhaltig glücklich macht, dann kannst du dir gerne mal meinen Gastartikel durchlesen, den ich für Happy Dings geschrieben habe: Meditieren lernen – 10 Gründe, warum es dich glücklich macht.

Und wenn du erst eine generelle Anleitung zum Meditieren brauchst, kannst du hier nachschauen: Meditieren lernen: Eine kurze Anleitung für Anfänger.


Hat dir dieser Artikel geholfen und bist du der Meinung, dass er auch einem anderen Menschen weiterhelfen könnte? Dann sende ihn unbedingt weiter! Weil du weißt ja: Glück verdoppelt sich ganz schnell, wenn man es teilt…