Frau hält Karotten in Kamera.

Wer vegan lebt, also auf tierische Produkte aller Art verzichtet, tut unheimlich viel Gutes für unsere Umwelt. Das kann niemand mehr abstreiten. Aber bedeutet das, dass wir früher oder später alle vegan leben müssen? Gibt es nicht auch andere Wege, um unseren Planeten zu retten? Und was ist mit den Vegetariern? Können die sich einfach nur nicht zwischen ganz oder gar nicht entscheiden? Ich habe meine Gedanken dazu mal aufgeschrieben …

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Welche Vorteile hat es für die Umwelt, wenn ich vegan lebe?

Die Meisten werden die folgenden Sätze schon mal irgendwo gehört haben. Die für mich wichtigsten Punkte habe ich trotzdem noch einmal kurz zusammengefasst.

Vegan leben – Vorteil #1: Ernährung der Menschheit

Die Menschheit wächst stetig. Bereits 2050 werden wir laut Schätzungen 10 Milliarden Menschen auf der Erde sein. Leider wächst weltweit aber nicht nur die Bevölkerung, sondern unabhängig davon auch der Fleischkonsum. Das Problem: Wie soll die Menschheit in Zukunft mit Nahrung versorgt werden, wenn bereits jetzt 80 Prozent aller Weide- und Ackerflächen für Tierhaltung und Futtermittelanbau verwendet werden? Würde man den Ertrag der Felder direkt an Menschen „verfüttern“, könnten Hungersnöte in ärmeren Ländern vermieden werden. Ein Mensch braucht nur relativ wenig Getreide, um satt zu werden – für die Produktion von einem Kilo Schweinefleisch dagegen braucht man gleich fünf Kilo Soja oder Mais.

Vegan leben – Vorteil #2: Schutz des Regenwaldes

Da unser Platz in Europa schon lange nicht mehr ausreicht, wird der Futtermittelanbau ins Ausland verlagert – am häufigsten nach Südamerika. Pro Minute muss dort dem Sojaanbau eine Regenwaldfläche so groß wie 35 Fußballfelder weichen. Das sind 50.400 Fußballfelder pro Tag.

Da geht nicht nur der Lebensraum unheimlich vieler Tier- und Pflanzenarten verloren. Die Regenwälder bräuchten wir eigentlich dringend, um unser Problem mit den Treibhausgasen in den Griff zu bekommen. Blöderweise gehört die industrielle Tierhaltung, die für 14,5 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich ist, auch noch zu den Hauptverursachern der Klimaerwärmung.

Vegan leben – Vorteil #3: Artenschutz

Die Futtermittel werden fast ausschließlich in Monokulturen angebaut, für deren Erhalt große Mengen an Pestiziden eingesetzt werden. Besonders Insekten scheinen schwer darunter zu leiden, denn ihre Anzahl schrumpft stetig. Außerdem bieten Maisfelder und Co. eben nur sehr wenig bis gar keinen Nektar als Nahrungsquelle für die kleinen Lebewesen.

Das Insektensterben ist eine fatale Situation für uns Menschen, denn wer soll ohne Insekten unsere Obstblüten bestäuben? Und wovon ernähren sich andere Tiere wie zum Beispiel Vögel, wenn es bald keine Insekten mehr gibt?

Vegan leben – Vorteil #4: Schutz unserer Böden

Der intensiv betriebene Ackerbau laugt unsere Böden aus. Da trotzdem immer weiter Futtermittel produziert werden muss, wird mit mineralischem Dünger nachgeholfen. Blöd nur, dass es davon in spätestens 40 bis 50 Jahren leider keinen mehr geben wird.

Und was ist mit der Gülle und dem Mist, die bei der industriellen Tierhaltung anfallen? Kann man die nicht zum Düngen nehmen? Da gibt es doch genug davon! Tja … da gibt es tatsächlich genug davon. Da gibt es sogar so viel davon, dass die Böden und die darauf wachsenden Pflanzen überhaupt nichts mehr davon aufnehmen können.

Die Hinterlassenschaften unserer Schweine und Kühe landen folglich im Grundwasser, weshalb in Gebieten, wo industrielle Tierhaltung betrieben wird, regelmäßig die Nitrat-Grenzwerte überschritten werden. Unser Trinkwasser wird zum größten Teil vom Grundwasser abgezapft. Das Nitrat gelangt dann in unseren Körper und wird dort in Nitrit umgewandelt. Besonders für Schwangere und Kleinkinder kann das gefährlich werden. Für alle anderen Menschen gilt es „nur“ als krebserregend.

Vegan leben – Vorteil #5: Tierliebe

Zwar wird von Seiten der Fleischkonzerne immer wieder beteuert, sich zu 100 Prozent an die Tierschutz-Richtlinien zu halten. Traurige Realität ist aber, dass Tiere aus der Massentierhaltung (und das sind in Deutschland 98%) viel zu häufig unter grausamen und „unmenschlichen“ (oder heißt es „untierlichen“?) Bedingungen leben müssen. Was soll man dazu sagen? Schwein gehabt, dass wir keine Schweine sind?

Kleines Fazit

Auch wenn ich noch viele weitere Nachteile unseres hohen Konsums tierischer Produkte bzw. viele weitere Vorteile einer veganen Lebensweise aufzählen könnte, reichen die oben genannten Gründe meiner Meinung nach vollkommen aus um festzuhalten: Es führt in Zukunft leider kein Weg mehr an der Reduzierung tierischer Produkte, vor allem an der Reduzierung von Fleisch, vorbei. Das Leid, das wir produzieren würden, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher, wäre einfach viel zu groß.

„Oje! Also muss ich ab sofort komplett vegan leben?“

Diese Frage habe ich mir selbst ziemlich oft gestellt in den letzten Jahren, aber zunächst einmal: Nein, müssen tust du gar nichts! Es ist toll, wenn du vegan leben möchtest oder es bereits tust – aber zu etwas zwingen kann dich niemand. Du hast das Recht auf freie Entscheidung und du selbst musst mit deinem Leben glücklich sein.

Trotzdem wohnst auch du hier auf dieser Erde, weshalb du damit anfangen solltest, Verantwortung für sie zu übernehmen. Wir sollten nicht wegschauen vor dem Elend, das sich vor uns ausbreitet und das Leben eines Kindes in der dritten Welt sollte uns nicht egal sein. Wir sollten helfen, wo wir können. Vielleicht auch einfach als Dankeschön dafür, dass es uns hier in der westlichen Welt so gut geht.

Übrigens: Natürlich könntest du damit argumentieren, dass du in dieser Hinsicht als Einzelner doch eh nichts gegen eine Masse von 7,5 Milliarden Menschen ausrichten kannst. Und damit hast du in gewisser Weise ja auch nicht ganz Unrecht. Aber stell dir vor, jeder würde so denken! Würde sich dann überhaupt etwas ändern?

Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Und wenn du dich für das Gute in der Welt einsetzt, werden andere dir früher oder später folgen. Deine Mithilfe ist heute wichtiger denn je!


Exkurs: Die Sache mit den 100%

Unter dem Begriff Veganismus verstehe ich den vollständigen Verzicht auf tierische Produkte, egal ob es sich um Nahrungsmittel oder um andere Konsumgüter handelt. Und ich glaube, es ist die Angst vor genau diesem vollständigen Verzicht, die viele Menschen davor abschreckt, überhaupt nur irgendetwas für den Umweltschutz zu unternehmen.

So ist das natürlich nicht nur beim Thema Veganismus. Auch in vielen anderen Lebensbereichen gibt es dieses Phänomen. Wer sich nicht zu 100 Prozent umstellen kann, bleibt oft lieber zu 100 Prozent bei seinem alten Schema.

Entweder ganz oder gar nicht?

In unserer westlichen Welt zählt nämlich oft nur eines: entweder ganz oder gar nicht. Befindet man sich irgendwo in der Mitte, wird das nach meiner Erfahrung leider oft als Schwäche abgetan oder als „Der weiß ja gar nicht, was er will!“ 

(Ich spreche hier natürlich nicht von allen Menschen. Natürlich denken nicht alle Menschen so. Ich möchte nur die von mir wahrgenommene allgemeine Stimmung in unserer Gesellschaft zum Ausdruck bringen.)

So teilen die Menschen sich auf und bilden Gruppen. Gegensatzpaare. Gut gegen Böse. Spinner gegen Normale. Revolutionäre gegen Konservative. Unabhängig davon, wer sich auf welcher Seite sieht.

Ich finde das ziemlich schade und ehrlich gesagt auch ziemlich unnötig. Denn unter dem ganzen „Wir sind besser als ihr!“ geht etwas sehr Entscheidendes und Wichtiges verloren: nämlich, dass wir als gesamte Menschheit zusammen arbeiten müssen, um unseren Planeten zu retten.

Raus aus der Perfektionismus-Falle!

Denn jetzt mal ehrlich: Müssen es denn wirklich immer 100 Prozent sein? Sind 80 Prozent oft nicht auch schon super und ein riesen Schritt in die richtige Richtung? Könnte man nicht viel mehr Leute davon überzeugen, etwas in ihrem Leben zu ändern, wenn man ihnen zu verstehen gibt, dass es nicht darum geht, perfekt zu sein?

Wir alle sollten mithelfen, das Leben auf unserem Planeten zu schützen. Jeder so, wie er kann. Ob du nun deinen Fleischkonsum reduzierst, Vegetarier oder sogar Veganer bist. Alles ist super. Jedes Prozent zählt und alles ist ein Schritt nach vorn.

Wie ich das mache

Auch ich bin ein Mensch, der sich schwer tut mit Veränderungen. Auch ich habe oft Angst vor 100 Prozent. Dann fühle ich mich eingeschränkt in meinem Denken und Handeln, gefangen im Perfektionismus und aus meinem anfänglichen Wollen wird immer recht schnell ein Müssen.

Deshalb lebe ich nun schon seit längerer Zeit nach folgendem Prinzip: Ich gebe 95 Prozent.

Ich ernähre mich zu 95 Prozent vegetarisch, meistens sogar vegan. Das bedeutet, dass ich privat Fleisch und Wurst (und immer öfter auch andere tierische Produkte) meide, aber in seltenen Fällen auch mal einen Teller Chili con Carne esse – z.B. wenn es wirklich überhaupt gar nichts anderes für mich zu essen gibt (was sehr selten vorkommt) oder wenn ich einen „besseren“ Grund für den Umweltschutz finde, z.B. wenn man das Essen sonst wegschmeißen müsste.

95 Prozent sind logisch überlegt ziemlich nahe an 100 Prozent, es bleiben mir aber immer noch 5 Prozent Raum für kleine Fehler und Schwächen.

So bleibt mein Wollen bei einem Wollen. So fällt es mir ganz leicht, Gutes zu tun. Und meistens bin ich dann sogar fast bei 99% anstatt bei 95%.


„Wie kann ich helfen?“


Tipp #1: Esse öfters mal vegan / vegetarisch

Wenn man es sich mal genauer überlegt: So viele Gerichte, die bei uns täglich auf die Teller kommen, sind bereits vegetarisch oder vegan. Und in Cafés und Restaurants gibt es heutzutage fast immer eine fleischlose Alternative. Probiere dich doch einfach mal durch! Vielleicht entdeckst du ja durch Zufall bald dein neues Lieblingsgericht.

Es muss übrigens nicht, wie oft angenommen, immer Tofu als Fleischersatz sein. Bei mir kommt das vielleicht nur einmal im Jahr auf den Tisch. Auch Hülsenfrüchte oder „Pseudogetreide“ wie Quinoa oder Amaranth sind tolle Proteinquellen.

Tipp #2: Achte beim Kauf von tierischen Produkten auf Qualität

Wenn du doch mal tierische Lust auf Cevapcici bekommst, dann kaufe dein Rinderhack am besten beim Bio-Metzger bzw. irgendwo dort, wo du dir sicher sein kannst, dass das Fleisch tiergerecht und umweltschonend produziert wurde. Das ist sogar gesünder und hat auch mehr Geschmack – nur billiger ist es nicht. Aber da du ja nun eh seltener Fleisch isst, relativiert sich das Ganze ja wieder …

Tipp #3: Teile dein Wissen

Was du über Fleischkonsum und Umweltschutz gelernt hast, sollten auch andere Menschen wissen. Habe also keine Angst und teile, was du weißt. Viele Menschen würden sicherlich auch gerne helfen, wissen aber einfach noch nicht genau über die Sachlage Bescheid.

Nur eines solltest du dir dabei zu Herzen nehmen: Genauso wie du, besitzt auch jeder andere Mensch die Freiheit, selbst zu entscheiden. Wir sollten also niemanden zu etwas zwingen, was er nicht möchte.

Genauso wenig macht es meiner Erfahrung nach Sinn, einen Fleischliebhaber davon überzeugen zu wollen, ab sofort komplett fleischlos zu leben. Wenn du Worte verwendest wie „Reduzieren heißt ja nicht Verzicht.“ oder „60 Prozent wären auch schon super!“ und wenn du dein Gegenüber vielleicht sogar noch lieb anlächelst und ihn um seine Mithilfe bittest … dann lassen sich, wieder nach meiner Erfahrung, gleich viel mehr Menschen überzeugen.

Fazit

Ich halte fest: Wir müssen nicht unbedingt komplett vegan leben. Wir sollten aber auf jeden Fall veganer leben. Unseren Mitmenschen und unserer Umwelt und infolgedessen auch dir zuliebe.

Zum Abschluss noch ein schöner Satz zum Nachdenken:

Wenn alle Menschen auf dieser Welt 50 Prozent weniger Fleisch essen würden,
wären unter dem Strich 50 Prozent aller Menschen Vegetarier.


Natürlich gibt es auch noch ganz viele andere Dinge, die man tun kann für eine glücklichere Welt. Willst du ein paar Ideen? Dann klick doch mal auf diesen Link: 14 Ideen zur Fastenzeit, die die Welt glücklicher machen … und ja klar, ich weiß: Fastenzeit ist nur einmal im Jahr. Aber können wir nicht auch an jedem normalen Tag etwas kleines Gutes tun?


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Text-Quellen: Greenpeace Deutschland; Tropenwaldstiftung OroVerde
Bild-Quelle: Photo by
Jakob Owens on
Unsplash
Sonstige Quellen: Film „10 Milliarden“ von Valentin Thurn


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