Manchmal träume ich so komische Träume: Ich habe einen dringenden Termin, muss zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort sein. Und unter normalen Umständen könnte es zeitlich auch ziemlich locker schaffen! Aber entweder kann ich mich nur in Zeitlupe bewegen oder es kommen ganz viele Leute auf mich zu, die ständig etwas anderes, vermeintlich Wichtigeres von mir wollen.

Mit jeder weiteren Minute, die ich mit sinnlosen Aufgaben verliere oder nicht vorwärts komme, steigt mein Adrenalinspiegel. Ich werde nervös und ungedulig. Könnte ich doch nur diese Beine schneller bewegen! Könnte ich mir doch nur diese Leute vom Hals halten! Die Uhr tickt. Die Zeit rennt. Ich bekomme Panik. Und kurz bevor die Zeit um ist … wache ich wieder auf.

Aufgewacht im (Alb-)traum

Ungefähr so wie in diesen Träumen fühle ich mich inzwischen in der wachen Realität. Manche werden das eine pessimistische Sichtweise nennen. Leute, die mich kennen, werden von diesen Äußerungen vielleicht sogar ein wenig überrascht sein, bezeichnen sie mich doch sonst immer als so optimistisch. Tatsächlich bin ich keines von beiden! Ich bin nicht pessimistisch. Ich bin nicht optimistisch. Ich bin realistisch!

Realistisch, berechnet und bewiesen ist, dass auch wir als Spezies aussterben werden, sollten wir nicht schleunigst unseren Kurs ändern! Wir befinden uns am Anfang einer immer rasanter auf uns zukommenden Klimakatastrophe, die sich in ein unkontrollierbares Chaos verwandelt, sollten wir es nicht schaffen, die weitere Überhitzung der Erde unter 1,5°C zu halten. Wir befinden uns bereits jetzt am Anfang eines riesengroßen Massensterbens.

Wo sollen wir hin, wenn die Erde auch für uns unbewohnbar wird?

Es ist nicht direkt die Veränderung des Klimas, die mir Angst macht – wenn wir wirklich wollten, könnten wir es noch locker schaffen. Es sind die Menschen. Die Menschen, die noch schlafen. Die Menschen, die entweder zu pessimistisch sind („Ist doch eh schon zu spät!“ / „Was soll da ein Einzelner schon anrichten?“) oder viel zu optimistisch („Ach, die packen das schon!“). Optimismus und Pessimismus – zu viel von beidem hält vom Handeln ab!

Wacht bitte endlich auf!

Eine Welt, die dringend nach Lösungen sucht, muss vor allem und zuallererst eines tun: Das Problem erkennen! Und so leid es mir tut, wenn ich das jetzt sage: Das Problem sind wir selbst! Wir sind die Wurzel des Problems – und solange wir uns selbst nicht ändern, wird das auch die Welt nicht tun. Wir können nicht weiterhin so leben, als gehe uns das alles gar nichts an, als wäre das ein Problem, das von anderen gelöst werden muss. Wir sind die Anderen! Wir selbst sind die, die vorangehen müssen!

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Nur wer liebt, kann auch Schmerz empfinden

Wir haben nichts mehr zu verlieren und deshalb möchte ich in diesem Blogeintrag ganz offen über meine Gefühle schreiben: Ich liebe die Menschen. Ich liebe die Tiere, die Pflanzen und auch sonst alle Lebewesen. Ich liebe unsere Erde und das Leben darauf. Ich liebe die Natur und ich bin immer wieder überwältigt, wie wunderschön, wie klug und durchdacht sie doch ist. Wie sie sich immer wieder verändert, ganz von allein.

Wahrscheinlich ist es wegen dieser Liebe, dass ich genauso unheimlich tiefe Traurigkeit empfinden kann, wenn jemand anderen Menschen, anderen Tieren oder generell unserer Natur Leid zufügt. Jedes Mal, wenn jemand noch gutes Essen wegwirft, wenn jemand bei Primark eine Tüte voller Billigklamotten einkauft oder wenn jemand an einer Hochzeit einen Heliumluftballon in die Luft steigen lässt, fühle ich mit. Ich kann mich darüber nicht freuen, weil ich weiß, dass für unseren kurzen Spaß andere leiden müssen – im Falle eines Heliumluftballons sogar ewig, denn Luftballons verrotten NIE.

Ich schäme mich nicht, so offen über diese Gefühle zu reden, denn ich bin fest der Überzeugung, dass wir vor allem eines brauchen, wenn wir uns eine bewohnbare Erde erhalten wollen: Sensibilität.

Wie weckt man Menschen auf?

Das ist eine Frage, die ich mir inzwischen mehrmals täglich stelle. Ich tu mir wirklich sehr schwer damit zu verstehen, wie manchen Menschen das Leben anderer einfach so egal sein kann. Wir wissen doch längst, was Sache ist. Wieso schlummern so viele noch? Wieso schauen immer noch so viele weg?

Wie kann eine Mutter oder ein Vater, die/der ihre/seine Kinder so sehr liebt, einfach so zulassen, dass ihre Zukunft ruiniert wird? Wieso macht es für manche noch immer einen Unterschied, ob ein afrikanisches oder ein europäisches Kind an Unterernährung stirbt? Wie kann jemand, der ein Herz hat, einfach immer noch so weitermachen wie bisher? Nur, weil wir das Leid der anderen nicht direkt sehen, bedeutet das nicht, dass es nicht da ist.

Meine einzig sinnvolle Erklärung, die ich bisher für mich finden konnte, für all diese Fragen in meinem Kopf, lautet: Die Angst der Menschen ist wohl größer als ihre Liebe.

Zum Schluss

Falls sich beim letzten Absatz jemand angesprochen fühlt: Auch ich habe Angst vor Veränderung. Manchmal sogar sehr arg. Aber ich weiß, dass dieses Gefühl absolut nichts ist im Vergleich zu der Trauer, die ich irgendwann empfinden würde, hätte ich mich niemals für das Gute in der Welt eingesetzt.

Ich kann nicht anders. Ich lebe hier auf dieser Erde. Sie ist mein einziges Zuhause. Ich möchte, dass ich glücklich bin und ich möchte auch, dass alle anderen glücklich sind. Und deshalb werde ich weitermachen. In der Hoffnung, dass es mir gelingt, immer mehr Menschen aufzuwecken.

Wir sind nicht da, um uns in unserem Schneckenhaus zu verkriechen und zu warten, dass irgendwann schon alles gut wird. Wir sind hier um zu leben. Leben heißt Veränderung. Und hast du Angst vor Veränderung, hast du auch Angst vor dem Leben.

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